Kleingartenkolonie Am Hohenzollernkanal e.V.
Tipps für den Garten
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Verfasst am 01.03.2019 um 16:00 Uhr

Die Gartenfachberatung – Die Säule im Kleingartenwesen

 „Grünes Wissen“ vermitteln, Gartenfreunden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, damit sie den Garten ordnungsgemäß bewirtschaften können und dabei den Belangen des Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege gerecht werden, das sind die wichtigsten Aufgaben des Fachberaters.

Baumarbeiten. Foto: © Sven Wachtmann

Grundvoraussetzung zur Erlangung und für den Nachweis der Gemeinnützigkeit ist laut Bundeskleingartengesetz (§2) die fachliche Betreuung der Mitglieder einer Organisation. Bei der Novellierung des Gesetzes 1994 wurden in §3 Abs.1 die Aufgaben des Fachberaters erweitert. Es gilt nun schon seit 25 Jahren, dass „die Belange des Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege (...) bei der Nutzung und Bewirtschaftung des Kleingartens berücksichtigt werden" sollen.


Der Fachberater berät den Vorstand und die Vereinsmitglieder über naturgemäßes und umweltbewusstes Gärtnern (Mittel und Methoden zur Gesunderhaltung von Pflanze und Boden) im Sinne des Bundeskleingartengesetzes. Er kann dies praktisch über Vorführungen und Übungen sowie theoretisch z. B. über Merkblätter, Gespräche und Fachvorträge tun. Er kann dies während spezieller Sprechtage im Verein tun, bei Gartenbegehungen, mit einem Stand auf Veranstaltungen, aber auch, wenn es seine Zeit zu lässt, verabredet oder spontan über den Gartenzaun tun.


Blüten. Foto: Karsten Paulick/Pixabay

Bei Bedarf könnte er auch die fachliche Wertermittlung von Gärten bei Pächterwechsel unterstützen. Tatsächlich sind manche Gartenfachberater auch ausgebildete Wertermittler „Grün“, die für den Bezirksverband tätig werden. Viele Gartenfachberater nehmen freiwillig an weiteren Fortbildungen des Verbandes (Bezirk/Land/Bund) teil und etliche arbeiten sogar ehrenamtlich in „Grünen Gremien" wie Naturschutz- und Umweltorganisationen mit. 


Die Voraussetzung einer guten Fachberatung ist an erster Stelle das persönliche Engagement, das Auftreten und Fachwissen jedes Einzelnen. Als Grundlage kann eine Ausbildung in „grünen Berufen" von großem Nutzen sein, sie ist aber keine Voraussetzung für die Ausbildung der Fachberater im Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V.  In der Ausbildung werden die Grundlagen der Fachkompetenz geschaffen, die der Fachberater seiner Gartengemeinschaft zur Verfügung stellen kann. Für die Fortbildung der Fachberater und Gartenfreunde werden viele Gartenseminare und Workshops angeboten.


Kleingärtnerische Nutzung. 

Foto: © Jana Vallejo Manzano

Die Tätigkeit eines Fachberaters ist nur dann von Erfolg gekrönt, wenn die Zusammenarbeit mit dem Vorstand funktioniert. Der Fachberater muss kein Vorstandsmitglied sein, sollte jedoch mindestens genauso ernst genommen und gleichwertig behandelt werden. Seine Funktion im Verein ist von fundamentaler Wichtigkeit. In Zeiten des Klimawandels und der Bedrohung der Artenvielfalt ist ein Fachberater mit aktualisiertem Wissen gefragter denn je. Auch Bezirksverbände sollten Fachberater mit in den Vorstand holen.


Gartenvereine sollten das Knowhow der Fachberater nutzen, damit Neu- und Altpächter und die kleingärtnerische Nutzung optimal praktizieren und diese auch vorzeigen zu können. Letzteres wird im Kampf um den Erhalt von Kleingartenflächen immer wichtiger. Daher ist Fachberatung in Vereinen noch breiter und vielseitiger aufzustellen. Der Trend geht zum Zweit- und Drittberater.


Sven Wachtmann

Vorstandsmitglied Fachberatung

Dokumente: